Typisches Eifelwetter hat den ersten Tag der 54. ADAC RAVENOL 24h Nürburgring geprägt. Der RAVENOL-Mercedes-AMG #80 setzte im ersten, etwas trockeneren Qualifying am Nachmittag in 8:14,957 Minuten die Bestzeit, bei der es auch blieb. Die zweite Qualifying-Session war von teils starken Niederschlägen und zunehmend widrigen Bedingungen gekennzeichnet, und so blieb es beim 3,112-Sekunden-Vorsprung der Spitzenreiter auf die Titelverteidiger im Rowe-BMW #1. Platz drei ging an den Verstappen-Mercedes-AMG #3 vor dem zweiten Rowe-BMW mit der #99. Für die sportlichen Entscheidungen ist dieses Schlaglicht vorerst noch nicht entscheidend. Denn die Startaufstellung für die Spitzengruppe wird erst im dreistufigen Top-Qualifying am Freitag entschieden, das damit den Spannungsbogen des zweiten Tages beim Motorsportklassiker vorgibt.
Im tagesschnellsten Mercedes-AMG sitzen Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin im Cockpit. „Wir sind alle nötigen Runden gefahren, aber natürlich ist es bei diesem Wetter schon eine Challenge. Es sind immer wieder punktuell Schauer oder Hagelschauer unterwegs, und dann wird es halt auch ganz schnell sehr, sehr nass und sehr gefährlich. Fabian hat eine super Runde erwischt. Ich glaube, dass man noch gar nichts in die Zeitenliste reininterpretieren kann. Dafür muss man das Top-Qualifying abwarten, und ich würde sogar voraussagen, dass man das Rennen abwarten muss“, sagte DTM-Pilot Engel.
Im zweitplatzierten Rowe-BMW unterstützt Jordan Pepper die drei Vorjahressieger Augusto Farfus, Raffaele Marciello und Kelvin van der Linde. Der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen teilt sich bei seiner 24h-Premiere seinen Mercedes-AMG mit den aktuellen DTM-Piloten Lucas Auer und Jules Gounon sowie dem ehemaligen DTM-Fahrer Dani Juncadella. Der Rowe-BMW #99 wird von Dan Harper, Max Hesse, Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor gesteuert. Der Manthey-Porsche #911, der „Grello“, war auf Platz fünf der beste Nicht-Mercedes oder -BMW gefolgt vom besten Lamborghini von Abt mit der #130. Von weiteren Herstellern platzierten sich noch der HRT-Ford #64 als Achter und der Scherer PHX-Audi #16 als Neunter in den Top 10.
Nach einem bereits über weite Strecken verregneten und zum Teil sogar verhagelten Qualifying 1 am Nachmittag wurden am Abend im Qualifying 2 die Bedingungen für die insgesamt 161 Starter noch schwieriger. Zwischenzeitlich standen Teile der Strecke unter Wasser, während woanders die Ideallinie noch trocken war. Fahrer berichteten sogar bei Bummeltempo 40 noch von Aquaplaning. Dadurch waren beim Nachttraining keine Zeitverbesserungen mehr möglich.
Am Freitag wird es spannend!
Der zweite Tag der ADAC RAVENOL 24h Nürburgring beschert den Fans ein Programm, bei dem ein Höhepunkt den nächsten jagt. Im Zentrum: Das dreistufige Top-Qualifying, bei dem die Pole Position und die besten Startpositionen im direkten Duell der stärksten Teams vergeben werden. In den ersten beiden Runden ab 10:15 Uhr kommen jeweils nur die schnellsten Autos weiter – in der riesigen Spitzengruppe herrscht riesiger Konkurrenzdruck. Erst im entscheidenden Top-Qualifying 3 (ab 13:35 Uhr) fechten dann die Schnellsten die Pole im Einzelzeitfahren aus. Dazwischen haben alle weiteren Klassen im Qualifying 3 (12:00 Uhr) die letzte Gelegenheit, ihre Zeiten und damit die Startplätze zu verbessern – hier sind die Top-Teams nicht startberechtigt.
Ein weiterer sportlicher Höhepunkt ist das dreistündige Rennen der Deutschen Historischen Langstrecken-Meisterschaft (DHLM) ab 16:00 Uhr: Für die historischen Tourenwagen und GTs ist diese zweite Meisterschaftsrunde vor der vollen Kulisse der 24h Nürburgring der Höhepunkt ihrer Premierensaison. Am Abend schließlich gibt es für die Fans ein stimmungsvolles Programm: Kaum sind die historischen Fahrzeuge von der Strecke, übernehmen ab 19:30 Uhr in der Müllenbachschleife die Spezialisten für gepflegtes Querfahren bei der Falken Drift Show das Ruder. Gleichzeitig öffnet sich die Boxengasse, wo Besucher zahlreiche Piloten aus dem 24h-Rennen bei der Autogrammstunde treffen können oder auch einfach ein paar Meter beim Trackwalk auf dem geliebten Asphalt des Nürburgrings wandeln können. Nicht anwesend bei der Autogrammstunde: Max Verstappen. Er verzichtet auf die Teilnahme, die sonst wohl einen Massenansturm von Besuchern provozieren würde. Sein Team wird aber natürlich vor Ort sein und die Fans mit Autogrammkarten versorgen.
