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08 Mai, Freitag

Insight - Was Nordschleife und 24h Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

Welche Rolle spielen die 24h Nürburgring für die Unternehmen der Automobilindustrie? Die Antwort liegt nicht allein zwischen Startaufstellung und Zielflagge, sondern vor allem in der Entwicklungsarbeit, die dem großen Ereignis vorausgeht. Denn bevor bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring um Positionen gekämpft wird, ist die Nordschleife der zentrale Prüfstand für Performance unter realen...
Insight - Was Nordschleife und 24h Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

08.05.2026

Welche Rolle spielen die 24h Nürburgring für die Unternehmen der Automobilindustrie? Die Antwort liegt nicht allein zwischen Startaufstellung und Zielflagge, sondern vor allem in der Entwicklungsarbeit, die dem großen Ereignis vorausgeht. Denn bevor bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring um Positionen gekämpft wird, ist die Nordschleife der zentrale Prüfstand für Performance unter realen Extrembedingungen – und zugleich die Schnittstelle zwischen Entwicklung, Motorsport und Serienfahrzeug. Die einzigartige Kombination aus Länge, Streckencharakteristik und Witterung macht die Nordschleife zu einem Ort, an dem sich Motorsport, Industrie und Produktentwicklung unmittelbar miteinander verzahnen. Was hier besteht, bewährt sich nicht nur im Wettbewerb – sondern auch auf der Straße. „Die 24h Nürburgring sind eines der wichtigsten Motorsportereignisse weltweit“Christoph Sagemüller, Mercedes-AMG Motorsport Für Mercedes-AMG Motorsport sind die 24h Nürburgring dabei weit mehr als ein einzelnes Event. „Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ist für uns eines der wichtigsten Motorsportereignisse weltweit – nicht nur historisch, sondern vor allem strategisch“, erklärt Christoph Sagemüller, Leiter Mercedes-AMG Motorsport. Entscheidend sei dabei nicht allein das Ergebnis, sondern die Leistungsfähigkeit unter realen Bedingungen: „Gesamtsiege wie 2013 und 2016 sind für uns ein klarer Beleg für die Performance unserer Marke.“ Die Grundlage dafür entsteht auf der Strecke selbst. Die Nordschleife gilt als ultimativer Härtetest – und als Entwicklungsplattform zugleich. „Was hier funktioniert, funktioniert unter nahezu allen Bedingungen“, so Sagemüller. Die dort gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in Serienfahrzeuge ein – etwa in den Bereichen Fahrdynamik, Dauerhaltbarkeit und Performance unter Extrembedingungen. Motorsport und Serie sind dabei eng miteinander verzahnt: „Unser Anspruch ist es, Performance glaubwürdig von der Rennstrecke auf die Straße zu bringen.“ Die Test- und Entwicklungsarbeit findet für die Performance-Marke deshalb auch auf verschiedenen Ebenen statt. Im Rahmen der offiziellen Test- und Entwicklungsfahrten des Nürburgrings ist AMG bis zu 17 Wochen im Jahr auf der Nordschleife unterwegs. Eines der spektakulärsten Ergebnisse dieser Arbeit: der Mercedes-AMG ONE – bis heute im Rahmen der offiziellen Rekordfahrten des Nürburgrings das schnellste Serienfahrzeug auf der 20,832 Kilometer langen Nordschleife. Ebenfalls auf diesem legendären Asphalt entwickelt: der Mercedes-AMG GT 63 PRO, das sogenannte „Beast of the Green Hell“. Mit dem Fahrzeug werden bis heute im Rahmen der Co-Pilot-Fahrten des Nürburgrings Besucher aus der ganzen Welt von erfahrenen Rennfahrern über die Nordschleife pilotiert – ein direkter Transfer von Entwicklung in ein erlebbares Markenerlebnis. „Eine Ölmarke, die auf der Nordschleife performt, ist mehr als alltagstauglich“Martin Huning, RAVENOL  Auch für Zulieferer sind die Nordschleife sowie die Test- und Entwicklungsfahrten zentraler Bestandteil der Arbeit. RAVENOL nutzt die Strecke gezielt, um Produkte unter realen Bedingungen zu testen und zu optimieren. „Wir entwickeln permanent neue Produkte und möchten diese genau dort erproben, wo sie später auch eingesetzt werden“, erklärt Martin Huning, Direktor Motorsport bei RAVENOL. Der Nürburgring ist dabei weit mehr als nur Teststrecke: „Jeder weiß um die besonderen Herausforderungen der Nordschleife. Eine Ölmarke, die hier performt, ist mehr als alltagstauglich.“ Die enge Verbindung zwischen Testen und Wettbewerb zeigt sich insbesondere im Umfeld der 24h Nürburgring. Als Titelpartner ist RAVENOL fest verankert und betreut beim legendären Rennen einen großen Teil der Fahrzeuge. „Neben einem eingespielten Team und erfahrenen Fahrern braucht es vor allem ein zuverlässiges Gesamtpaket – und dazu gehören auch die richtigen Betriebsstoffe“, so Huning. „Die Nordschleife testet Fahrzeug, Fahrer und Reifen gleichzeitig“Alexander Kühn, Goodyear  Eine ähnliche Perspektive nimmt Goodyear ein, dessen Reifen unter extremen Bedingungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen. Für den Reifenhersteller steht bei den 24h Nürburgring vor allem die Konstanz im Fokus. „Es geht nicht darum, für wenige Runden maximale Performance zu liefern, sondern über 24 Stunden hinweg Verlässlichkeit und Vertrauen zu schaffen“, erklärt Marco Lo Prato, Manager Global Communications – Racing bei Goodyear. Die Nordschleife fungiert dabei als „lebendes Labor“, in dem sich Technologien unter realen Extrembedingungen beweisen müssen. „Sie testet alles gleichzeitig – Fahrzeug, Fahrer und Reifen“, so Lo Prato. Genau diese Anforderungen machen den Nürburgring zur Benchmark, die weit über den Motorsport hinausreicht: „Die Erkenntnisse aus dem Rennsport fließen direkt in unsere Serienprodukte ein. Was hier funktioniert, schafft Vertrauen – auch im Alltag.“ Die Nordschleife als Maßstab der Entwicklung Dass selbst erfahrene Teams und Hersteller jedes Jahr erneut gezielt auf der Nordschleife testen, ist kein Zufall. Mit ihren 73 Kurven, Steigungen und Gefällen sowie einer abwechslungsreichen Mischung aus technischen Passagen und High-Speed-Abschnitten stellt die Nordschleife Fahrer, Fahrzeug und Technik vor immer neue Herausforderungen. Hinzu kommt die besondere Herausforderung der 24h Nürburgring selbst: dichter Verkehr mit Fahrzeugen unterschiedlichster Leistungsklassen, wechselnde Bedingungen bei Tag und Nacht sowie eine Renndistanz, die höchste Präzision und Zuverlässigkeit erfordert. „Die Nordschleife stellt jedes Jahr neue Anforderungen, deshalb ist eine gezielte Vorbereitung unverzichtbar“, betont Sagemüller. Für alle Beteiligten gilt dabei derselbe Grundsatz: Erfolg entsteht nicht während der 24h Nürburgring, sondern in den Wochen und Monaten zuvor – auf der Strecke, im Testbetrieb und in der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Damit wird deutlich: Die 24h Nürburgring sind nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch die sichtbarste Spitze eines umfassenden Entwicklungsprozesses. Die Nordschleife bildet dabei die Schnittstelle zwischen Motorsport, Industrie und Serienprodukt – ein Sieg bei den 24h Nürburgring und eine erfolgreiche Rekordfahrt stehen dabei vor allem für eines: weltweite Anerkennung und Sichtbarkeit. Oder, wie es im Kontext der Entwicklungsarbeit seit jeher heißt:„Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt.“

Christoph Sagemüller (Mercedes-AMG Motorsport) im Interview: Was die Nordschleife und das 24‑Stunden-Rennen am Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

06.05.2026

Christoph Sagemüller von Mercedes‑AMG Motorsport gibt Einblicke, warum die Grüne Hölle und das 24h Nürburgring entscheidende Impulsgeber für Entwicklung und Markenidentität sind. Welche Bedeutung hat das 24h-Rennen für Ihre Marke?              Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ist für Mercedes-AMG eines der wichtigsten Motorsportereignisse weltweit – nicht nur historisch, sondern vor allem auch strategisch. Für uns ist der Langstreckenklassiker ein Event, bei dem sich unsere Marke unter extremen Bedingungen beweisen muss. Als Motorsportverantwortlicher messe ich den Erfolg dort jedoch nicht ausschließlich am Ergebnis, sondern auch daran, ob wir unseren Performance-Ansprüchen unter realem Wettbewerbsdruck gerecht werden. Gesamtsiege wie 2013 und 2016 haben für uns deshalb eine besondere Bedeutung. Sie sind nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch ein klarer Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer Marke. Welche Bedeutung hat die Nordschleife für Ihre Marke?Für uns ist sie der ultimative Härtetest. Was hier funktioniert, funktioniert unter nahezu allen Bedingungen. Diese Rolle geht weit über den Motorsport hinaus. Die dort gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in unsere Serienfahrzeuge ein, insbesondere in den Bereichen Fahrdynamik, Langzeitbeanspruchung und Performance unter extremen Bedingungen. 24h-Rennen gibt es überall auf der Welt. Für viele macht die Nordschleife des Nürburgrings den Unterschied. Wie sehen Sie das und warum?24-Stunden-Rennen gibt es viele. Jedes mit eigenem Charakter, doch keines vereint so viele Herausforderungen gleichzeitig wie die Nürburgring Nordschleife, die nicht ohne Grund auch als „Grüne Hölle“ bekannt ist. Der entscheidende Unterschied liegt in der Streckenlänge sowie in der Kombination aus anspruchsvoller Charakteristik, dichtem Verkehr mit bis zu 150 Fahrzeugen unterschiedlichster Leistungsklassen und oft stark wechselnden Witterungsbedingungen – bei Tag und bei Nacht. Diese Komplexität macht das Rennen einzigartig und aus meiner Sicht zum anspruchsvollsten 24-Stunden-Rennen weltweit. Hinzu kommt eine emotionale Komponente: Durch die Nähe zu Affalterbach, den Entwicklungsstandort vor Ort und enge Verbindungen in die Region hat dieses Rennen für uns den Charakter eines Heimrennens. Welche Attribute und Emotionen verbinden Sie generell mit der Nordschleife, und was macht diese Strecke beim 24h-Rennen noch einmal so besonders?Die Nordschleife steht für maximale Intensität, Präzision und Respekt. Sie ist eine der herausforderndsten Strecken der Welt. Sie verlangt von Fahrerinnen und Fahrern ebenso wie von der Technik ein außergewöhnlich hohes Maß an Konzentration und Disziplin. Aber genau das macht ihren Reiz aus. Gleichzeitig entsteht durch die Fans, die Teams und die besondere Atmosphäre entlang der Strecke ein einzigartiges Erlebnis, das es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt. Für uns als Marke wird diese Verbindung durch eigene Touchpoints wie die AMG Lounge oder Tribüne zusätzlich erlebbar – das schafft Nähe und macht die Marke vor Ort greifbar. Was braucht es konkret, um auf der Nordschleife und am Ende auch beim 24h-Rennen erfolgreich zu sein?Ein Erfolg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ist immer das Ergebnis eines perfekt abgestimmten Gesamtpakets. Aus meiner Sicht sind folgende Faktoren entscheidend: eine perfekte Vorbereitung, fehlerfreie Abläufe im Team, ein sauberes und vorausschauendes Navigieren durch den Verkehr sowie eine klare strategische Disziplin über die gesamte Renndistanz. Alles, was darüber hinausgeht und dieses Rennen von den meisten anderen unterscheidet – etwa unerwartete Bedingungen, dichter Verkehr mit Fahrzeugen sehr unterschiedlicher Leistungsklassen und entsprechend großen Geschwindigkeitsunterschieden sowie der Rennverlauf insgesamt – lässt sich nur begrenzt beeinflussen. Deshalb gehört neben der Vorbereitung auch immer ein gewisses Maß an Rennglück dazu. Wenn man seit Jahren am Nürburgring entwickelt und testet: Warum braucht es im Vorfeld des 24h-Rennens überhaupt noch spezifische Nordschleifen-Tests? Die Nordschleife stellt jedes Jahr neue Anforderungen, deshalb ist eine gezielte Vorbereitung unverzichtbar. Veränderungen an der Strecke, unterschiedliche Witterungsbedingungen, neue Reifenspezifikationen sowie wechselnde Fahrer- und Teamkonstellationen machen es notwendig, jedes Detail neu zu validieren. Gerade in diesem Jahr kommt hinzu, dass wir mit neuen Teamstrukturen arbeiten. Umso wichtiger ist es, dass sich alle Abläufe und Abstimmungen im Vorfeld unter realen Bedingungen einspielen. Auch unsere langjährigen und sehr erfahrenen Fahrer benötigen und wünschen sich ausreichend Vorbereitungszeit auf der Nordschleife, um sich bestmöglich auf das Rennen vorzubereiten. Denn auch wenn man immer wieder auf der Strecke fährt, ist die Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Kurs mit rund 25 Kilometern außergewöhnlich lang. Rechnet man das auf andere Rennstrecken um, wird schnell klar, wie viel intensiver die Vorbereitung ausfallen muss. Welche Rolle spielt die Nordschleife für Ihre Marke als Test- und Entwicklungsstandort für den Renneinsatz sowie für Serienfahrzeuge und Endkundenprodukte?Die Nürburgring Nordschleife zählt für Mercedes-AMG zu den wichtigsten Entwicklungsstandorten weltweit. Sie ermöglicht es uns, Belastungen und Fahrzustände in einer Intensität und Dichte zu testen, die im normalen Straßenbetrieb nicht darstellbar sind. Ein auf der Nordschleife gefahrener Kilometer unter Hochgeschwindigkeitsbedingungen entspricht dabei einem Vielfachen eines Standardkilometers im Straßenbetrieb. Daraus entsteht ein entscheidender Mehrwert für unsere Serienfahrzeuge. Motorsport ist dabei ein zentraler Treiber: Erkenntnisse aus dem Renneinsatz fließen direkt in die Entwicklung unserer High-Performance-Modelle ein – mit dem Ziel, Performance und Zuverlässigkeit unter Extrembedingungen für unsere Kundinnen und Kunden erlebbar zu machen. Wo liegt die Schnittmenge zwischen dem Renneinsatz und Produkt für den Endkunden / dem normalen Straßenverkehr?Die Schnittmenge liegt vor allem in der Technologie, im Know-how und in der Entwicklungsphilosophie. Themen wie Aerodynamik, Fahrwerk, Thermomanagement und Effizienz werden im Motorsport unter extremen Bedingungen erprobt und anschließend in die Serie übertragen. Unser Anspruch ist es, Performance glaubwürdig von der Rennstrecke auf die Straße zu bringen. Ein aktuelles Beispiel ist die parallele Entwicklung unseres neuen Mercedes-AMG GT3 und der nächsten Generation des straßenzugelassenen Mercedes-AMG GT Black Series. Für mich ist das der konsequenteste Ansatz, Motorsport und Serienentwicklung miteinander zu verzahnen. Anschließend an Frage 8: Welche Kommunikationsschwerpunkte leiten sich für Sie aus dem 24h-Rennen ab und welche Bedeutung hat dabei für Sie der Faktor Nordschleife? a.    In der Aktivierung vor OrtVor Ort steht das unmittelbare Markenerlebnis im Mittelpunkt. Es geht darum, Performance nicht nur sichtbar, sondern erlebbar zu machen – durch Nähe zur Marke, exklusive Einblicke und direkte Kontaktpunkte wie Lounge, Showroom oder Tribüne.b.    in der nationalen / internationalen Kommunikation rund um das Rennen? In der internationalen Kommunikation nutzen wir das Rennen als glaubwürdige Bühne für unsere Performance-Kompetenz. Der entscheidende Punkt ist: Wir zeigen unsere Leistungsfähigkeit nicht im Labor, sondern im realen Wettbewerb unter Extrembedingungen.c.    In der strategisch langfristigen Kommunikation?Langfristig zahlt unser Engagement auf die Positionierung von Mercedes-AMG als High-Performance-Marke ein. Die Nordschleife ist dabei der sichtbarste Beleg für unsere Leistungsfähigkeit. Sie steht für Glaubwürdigkeit, Dauerhaltbarkeit, technische Substanz und den Anspruch, uns kontinuierlich unter den härtesten Bedingungen zu beweisen.

Martin Huning (RAVENOL) im Interview: Was die Nordschleife und das 24‑Stunden-Rennen am Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

06.05.2026

Martin Huning von RAVENOL erklärt im Interview, warum die 24h Nürburgring als Härtetest für Entwicklung, Performance und Innovation unverzichtbar ist. Welche Bedeutung hat das 24h-Rennen für Ihre Marke?Das 24h Rennen ist für die Marke RAVENOL das motorsportliche Highlight im Jahres. Bei keinem Event ist RAVENOL so präsent wie beim Rennmarathon in der Eifel. Wir sind Titelpartner der Veranstaltung und neben  vielen Darstellungen rund um die Strecke auch auf allen Startnummern der Fahrzeuge sowie Fahreroveralls präsent. Ferner betreuen wir gut ein Drittel des gesamten Starterfeldes mit unseren Produkten. Welche Bedeutung hat die Nordschleife für Ihre Marke?Wir sind ein Unternehmen, welches international sehr breit aufgestellt ist. Und die Nordschleife ist wirklich überall ein Begriff und unseren Kunden weltweit bekannt. Wenn ich von Kunden auf die Motorsportaktivitäten von RAVENOL angesprochen werden, kommt das Gespräch immer sehr schnell auf die Nordschleife. 24h-Rennen gibt es überall auf der Welt. Für viele macht die Nordschleife des Nürburgrings den Unterschied. Wie sehen Sie das und warum?Die „Grüne Hölle“ macht schon als Rennstrecke an sich ihrem Namen alle Ehre und verlangt Fahrer und Material über die lange Distanz schon alles ab. Meines Wissensist der Nürburgring die längste permanente Rennstrecke der Welt. Auch die Anzahlt der Gesamtfahrzeuge ist beeindrucken. Die unterschiedlichen Fahrzeugkategorien in über zwanzig Klassen ist einmalig. Welche Attribute und Emotionen verbinden Sie generell mit der Nordschleife, und was macht diese Strecke beim 24h-Rennen noch einmal so besonders?Die Nordschleife kann bekanntlich im Rahmen von Touristenfahrten von allen befahren werden, die sie einmal unter die Räder nehmen wollen.  Das ist für Motorsport-Fans ein besonderes Erlebnis und macht die Nordschleife sehr „nahbar“ und vertraut.Die Strecke feiert zudem im kommenden Jahr schon ihr 100stes Bestehen. Sie hat viel erlebt und die Besucher in all der Zeit immer bestens unterhalten. Und die Fans selbst sind genauso besonders wie die Nordschleife selbst. Es ist wirklich beeindrucken, was beim 24h rund um die Nordschleife in Sachen „kreatives Campen“ allein baulich auch die Beine gestellt wird. Und dann verwandeln die Fans die Eifel zu einem einzigen großen „Motorsport-Festival“.  Was braucht es konkret, um auf der Nordschleife und am Ende auch beim 24h-Rennen erfolgreich zu sein?Neben einem Fahrer-Lineup mit guter Nordschleifen-Erfahrung und einem eingespielten Rennteam ist es ein gleichermaßen leistungsfähiges als auch zuverlässiges Fahrzeug. Neben den Funktionsgruppen wie Motor und Getriebe braucht es natürlich weitere grundlegende Komponenten aus dem Automotive-Bereich. An der Stelle kommen natürlich auch wir mit unseren Produkten ins Spiel. Bei einem 24h Rennen schadet es allerdings auch nicht, ein bisschen Glück mit an Bord zu haben. Wenn man seit Jahren am Nürburgring entwickelt und testet: Warum braucht es im Vorfeld des 24h-Rennens überhaupt noch spezifische Nordschleifen-Tests? Wir entwickeln permanent neue Produkte und modifizieren gleichzeitig unsere bewährten Betriebsstoffe. Gerade wenn es sich Performance-Bringer handelt,möchten wir diese vor dem Einsatz im Wettbewerb dort testen, wo sie sich später auch bewähren sollen. Welche Rolle spielt die Nordschleife für Ihre Marke als Test- und Entwicklungsstandort für den Renneinsatz sowie für Serienfahrzeuge und Endkundenprodukte?Wie heißt es so schön: „Jeder lobt, was Nürburgring erprobt!“. Und das trifft absolut zu. Jeder weiß um die besonderen Herausforderungen, die die Nordschleife an Mensch und Material stellt. Unsere Rennsport-Produkte, die langjährig auf dem Nürburgring erfolgreich eingesetzt werden, sind sogar mit dem Logo „Nürburgring tested“ versehen, das schafft Vertrauen in die Marke. Eine Ölmarke, die auf der Nordschleife performt, ist mehr als alltagstauglich. Wo liegt die Schnittmenge zwischen dem Renneinsatz und Produkt für den Endkunden / dem normalen Straßenverkehr?Der Motorsport generell dienst uns dazu, unsere Produkte in Sachen Performance und Nachhaltigkeit immer wieder zu verbessern beziehungsweise neue Produkte bedarfsabhängig zu konzipieren. Der Input, den wir durch unsere Zusammenarbeit mit Herstellern, Rennserien und Teams bekommen, ist sehr wertvoll, sowohl uns als Unternehmen als auch unsere Schmierstoffe weiter zu entwickeln. Und unsere Serienprodukte stehen den Rennschmierstoffen in nichts nach, schließlich kommt ja alles aus einem Hause und zum großen Teil sind sogar dieselben Mitarbeiter in die Entwicklung involviert. Anschließend an Frage 8: Welche Kommunikationsschwerpunkte leiten sich für Sie aus dem 24h-Rennen ab und welche Bedeutung hat dabei für Sie der Faktor Nordschleife? a.    In der Aktivierung vor Ort Es geht darum, die Marke und entsprechenden Produkte einem großen Publikum vor Ort und via Kommunikationsmittel (TV, Internet etc.) bekannt zu machen und dies bei einem der bekannten Rennen und Rennstrecke weltweit.b.    in der nationalen / internationalen Kommunikation rund um das Rennen? Wir positionieren das 24h als absolutes Highlight, der Rekord an Zuschauern, Autos, Teams, Fahrer, TV-Reichweite und Übertragungsdauer.c.    In der strategisch langfristigen Kommunikation?RAVENOL bündelt im 24h seine wichtigsten Partnerschaften: Zum Nürburgring als Rennstrecke, zum 24h selbst, zu den Fahrzeugherstellern, Teams und Fahrer. Dazu kommt unsere Lounge, in der wir Mitarbeiter und Gäste begrüßen, für die die vorgenannte Kombination an Engagements ein beeindruckendes Erlebnis darstellt. Wir setzen das Mercedes-AMG Team RAVENOL mit dem GT3 ein. All dies verfolgen wir langfristig und bildet einen wichtigen motorsportlichen Schwerpunkt für uns. 

Alexander Kühn (Goodyear) im Interview: Was die Nordschleife und das 24‑Stunden-Rennen am Nürburgring für die Automobilindustrie bedeuten

06.05.2026

Alexander Kühn von Goodyear spricht über die Herausforderungen der Nordschleife und zeigt, wie die Erfahrungen aus dem 24h‑Rennen in die Produktentwicklung einfliessen. Welche Bedeutung hat das 24-Stunden-Rennen für Ihre Marke?Für Goodyear ist ein 24-Stunden-Rennen der ultimative Beweis für beständige Leistung. Es geht nicht darum, für ein paar Runden Spitzenleistung zu erbringen, sondern darum, über einen ganzen Tag und eine ganze Nacht des Rennens hinweg Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauen aufrechtzuerhalten. Diese Philosophie ist tief in unserer DNA verwurzelt und steht in direktem Zusammenhang mit legendären Veranstaltungen wie den 24 Stunden von Nürburgring oder den 24 Stunden von Le Mans, bei denen Goodyear immer wieder seine Fähigkeit unter Beweis gestellt hat, Teams mit Reifen zu unterstützen, die unter extremen und sich ständig ändernden Bedingungen vorhersehbare und konstante Leistung erbringen. Ein 24-Stunden-Rennen ist der Ort, an dem Vertrauen aufgebaut und verdient wird. Welche Bedeutung hat die Nordschleife für Ihre Marke?Die Nürburgring-Nordschleife nimmt einen einzigartigen Platz in Goodyears Rennsportgeschichte ein. Als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt – mit einer Kombination aus hohen Geschwindigkeiten, technischen Abschnitten, Höhenunterschieden und sich ständig ändernden Grip-Verhältnissen – hat Goodyear dort zahlreiche Siege errungen und ist nach wie vor ein vertrauenswürdiger Partner für Teams aller Kategorien. Zuletzt sicherte sich Goodyear im letzten Qualifikationsrennen vor dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Siege sowohl in der GT3 Pro AM- als auch in der AM-Klasse. Was bedeutet der Erfolg auf der Nordschleife heute für Goodyear, sowohl in Bezug auf die Tradition als auch auf die anhaltende Relevanz im Motorsport?Für Goodyear ist die Nordschleife ein echtes lebendes Labor. Sie bringt die Reifentechnologie an ihre Grenzen und spiegelt perfekt wider, wofür wir stehen: technische Exzellenz, Langlebigkeit und konstante Leistung unter Druck. Über die Rennstrecke hinaus steht der Nürburgring auch für eine der langjährigsten Partnerschaften von Goodyear im Motorsport. Als offizieller Partner des Nürburgrings ist er zu einem der bedeutendsten Orte weltweit geworden, um die Faszination des Motorsports zu erleben und mit den Millionen von Fans in Kontakt zu treten, die sich jedes Jahr an diesem legendären Austragungsort versammeln. Es gibt 24-Stunden-Rennen auf der ganzen Welt. Für viele macht die Nordschleife am Nürburgring den Unterschied. Wie sehen Sie das und warum?Wir verstehen vollkommen, warum die Nordschleife eine Sonderstellung einnimmt. Während viele Rennstrecken Geschwindigkeit oder Ausdauer auf die Probe stellen, testet die Nordschleife alles auf einmal – Auto, Fahrer und Reifen. Ihre Länge, Komplexität und Unvorhersehbarkeit machen sie zu einem echten Maßstab für Langstreckenrennen. Um hier erfolgreich zu sein, braucht es nicht nur absolute Leistung, sondern einen Reifen, der über lange Stints, bei wechselndem Wetter und unterschiedlichen Streckenbedingungen Vertrauen, Stabilität und Beständigkeit bietet. Diese Kombination macht das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring so besonders – und für Goodyear so bedeutsam. Welche Eigenschaften und Emotionen verbinden Sie generell mit der Nordschleife, und was macht diese Strecke während des 24-Stunden-Rennens noch besonderer?Die Nordschleife ist ein Synonym für Respekt, Intensität und Authentizität. Sie verlangt Konzentration und belohnt Präzision. Während des 24-Stunden-Rennens werden diese Emotionen noch verstärkt. Tag und Nacht bei wechselnden Temperaturen und Bedingungen zu fahren, schafft ein einzigartiges Erlebnis. Für Goodyear verkörpert sie die Essenz des Langstreckenrennsports: Belastbarkeit, Teamwork und beständige Leistung über einen langen Zeitraum. Was braucht es konkret, um auf der Nordschleife und letztlich auch beim 24-Stunden-Rennen erfolgreich zu sein?Erfolg auf der Nordschleife und über volle 24 Stunden hängt von der Leistungsbeständigkeit ab. Teams brauchen Reifen, auf die sie sich Runde für Runde, Stint für Stint verlassen können, ohne Überraschungen. Für uns bedeutet das, Produkte zu liefern, die Grip, Beständigkeit und Vorhersehbarkeit vereinen, sodass Fahrer und Teams sich auf die Umsetzung statt auf die Anpassung konzentrieren können. Ob auf dem Nürburgring oder beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans – das Prinzip bleibt dasselbe: Langstreckenrennen belohnen Beständigkeit – und genau darin liegt die Stärke von Goodyear. Wenn Sie schon seit Jahren am Nürburgring entwickeln und testen: Warum sind im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens immer noch spezifische Tests auf der Nordschleife erforderlich?Selbst nach jahrelanger Entwicklung und Testarbeit am Nürburgring sind spezifische Tests auf der Nordschleife im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens nach wie vor unerlässlich, da die Rennstrecke niemals statisch ist. Die Bedingungen ändern sich ständig – von Wetter und Temperatur bis hin zur Entwicklung der Strecke und der Verkehrsdichte – und die Anforderungen eines 24-Stunden-Rennens unterscheiden sich grundlegend von denen jedes anderen Rennens. Tests vor der Veranstaltung ermöglichen es uns, das Reifenverhalten unter genau den Bedingungen zu validieren, mit denen die Teams während des Rennwochenendes wahrscheinlich konfrontiert werden, die Reifenmischungsauswahl zu verfeinern und absolute Beständigkeit und Vorhersehbarkeit über lange Stints hinweg sicherzustellen. Auf der Nordschleife geht es beim Erfolg nicht nur um Spitzenleistung – es geht um Beständigkeit, Vertrauen und Wiederholbarkeit über einen längeren Zeitraum. Diese abschließenden Tests stellen sicher, dass unsere Reifen vollständig auf die einzigartigen Herausforderungen des Rennens abgestimmt sind, und geben den Teams das nötige Vertrauen, sich auf die Umsetzung zu konzentrieren, wenn es darauf ankommt. Welche Rolle spielt die Nordschleife für Ihre Marke als Test- und Entwicklungsstandort sowohl für den Rennsport als auch für Serienfahrzeuge und Endkundenprodukte? Das Fahren auf der Nürburgring-Nordschleife ist für mehrere Erstausrüster eine Leistungs- und Validierungsanforderung, was die Relevanz nicht nur im Rennsport, sondern auch in der Entwicklung von Verbraucherprodukten belegt. Wo liegt die Schnittstelle zwischen dem Rennsport und dem Produkt für den Endkunden bzw. den normalen Straßenverkehr? Die Schnittstelle zwischen dem Rennsport und dem alltäglichen Straßenverkehr liegt in den Grundlagen. Im Rennsport bringen wir Reifen in Bezug auf Belastung, Temperatur, Haltbarkeit und Vorhersehbarkeit an ihre absoluten Grenzen – oft über lange Stints und unter sich ständig ändernden Bedingungen. Genau diese Eigenschaften schätzen Kunden auf der Straße: Vertrauen, Beständigkeit und Langlebigkeit – nicht nur Spitzenhaftung. Rennstrecken wie die Nürburgring-Nordschleife fungieren als Brücke zwischen diesen beiden Welten. Sie ist nicht nur ein Testgelände für Rennreifen, sondern auch ein Validierungsmaßstab für Serien- und Erstausrüstungsreifen. Die im Rennsport gewonnenen Daten, Materialkenntnisse und Konstruktionslösungen fließen direkt in unsere Straßenprodukte ein, vom Verhalten der Mischung über die strukturelle Integrität bis hin zur Nasshaftung. Kurz gesagt: Der Rennsport ermöglicht es uns, das Lernen unter extremen Bedingungen zu beschleunigen, und dieses Wissen führt zu besseren, zuverlässigeren und fortschrittlicheren Reifen für den Alltag. Dieser Transfer von der Rennstrecke auf die Straße ist der Kern von Goodyears Ansatz und ein wesentlicher Grund dafür, dass unsere Produkte nicht nur auf der Rennstrecke, sondern dort, wo es am wichtigsten ist – auf öffentlichen Straßen –, überzeugen. Anknüpfend an Frage 8: Welche Kommunikationsprioritäten leiten Sie aus dem 24-Stunden-Rennen ab und welche Bedeutung hat der Faktor Nordschleife für Sie in diesem Zusammenhang?Der Nürburgring ist für Goodyear eine außergewöhnliche, vielschichtige Kommunikationsplattform. Auf einer Ebene steht die Leistung im Mittelpunkt: Starke Ergebnisse zu liefern und zu erklären, wie wir arbeiten, ist eine zentrale internationale Kommunikationspriorität, denn eine gute Leistung auf dem Nürburgring ist an sich schon ein starkes Statement. Genau deshalb sind wir ein langfristiger Partner der Rennstrecke. Die Nordschleife stellt den ultimativen Maßstab dar, und uns dort kontinuierlich zu verbessern, ist eines unserer Ziele – es gibt keinen besseren Ort, um uns selbst herauszufordern, Leistungsgrenzen zu verschieben und unsere technische Kompetenz einem globalen Publikum zu demonstrieren, das von Leidenschaft und Authentizität angetrieben wird.

Ehemalige Tribüne wird zum Test & Performance Center | T13

25.03.2026

Der Nürburgring investiert gezielt in seine Zukunft als Prüfstein der Automobilindustrie. Mit der Modernisierung der T13 und der Weiterentwicklung zum „Test & Performance Center | T13“ ist die ehemalige Tribüne direkt an der Nordschleife – am Ortseingang von Nürburg – grundlegend neu konzipiert worden. Eine moderne Infrastruktur schafft optimale Arbeitsbedingungen für Ingenieure aus aller Welt, die hier Fahrzeuge und Komponenten unter realen Bedingungen erproben und die Nordschleife bei offiziellen Rekordfahrten als Maßstab nutzen. Die ehemalige Tribüne 13, seit vielen Jahren nicht mehr als Zuschauerbereich genutzt, ist heute der zentrale operative Ausgangspunkt für die Test- und Entwicklungsfahrten auf der Nordschleife. Hier starten und enden jährlich die Runden intensiver Entwicklungsarbeit von rund 50 internationalen Unternehmen – von Komponentenprüfungen bis hin zu vollständigen Fahrzeugerprobungen. „Die T13 ist das Herzstück unserer industriellen Nutzung der Nordschleife. Hier arbeitet die Elite der internationalen Automobilindustrie bis zu 17 Wochen im Jahr – entsprechend hoch sind die Anforderungen an Infrastruktur und Arbeitsumfeld“, erklärt Geschäftsführer Ingo Böder. Vielseitige Modernisierung – von technischer Infrastruktur bis AsphaltIm vergangenen Winter wurde deshalb das gesamte Areal umfassend modernisiert. Neben einer vollständigen Erneuerung der Asphaltflächen und der technischen Infrastruktur – insbesondere im Bereich Daten- und Versorgungsleitungen – wurde bereits im Vorfeld die Energie- und Ladeinfrastruktur zukunftsgerichtet ausgebaut. Eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie AVIA High-Power-Charging-Schnellladesäulen setzen klare Impulse in Richtung nachhaltiger und leistungsfähiger Mobilität. Im Zuge der Maßnahmen wurde auch die Asphaltfläche an der T13 vollständig erneuert. Das Gebäude selbst wurde vollständig entkernt und das Innenleben von Grund auf neu aufgebaut. Aus einem in die Jahre gekommenen Bestandsbau ist somit ein moderner, funktionaler und hochwertiger Arbeitsort entstanden. „Wir haben hier bewusst nicht nur saniert, sondern neu gedacht. Das Ergebnis ist ein ganzheitliches Konzept, das sowohl funktional als auch optisch den Anspruch widerspiegelt, den wir an diesen Standort haben“, so Böder weiter. Mit der Modernisierung der T13 wurde nicht nur die operative Leistungsfähigkeit gestärkt, sondern auch der äußere Auftritt deutlich aufgewertet. Der Standort präsentiert sich heute als sichtbares Statement für Innovationskraft, Qualität und Zukunftsfähigkeit – und damit als passender Rahmen für die Entwicklungsarbeit, die hier täglich geleistet wird. Nordschleife als Maßstab: Von der Entwicklung zur messbaren PerformanceEin zentraler Bestandteil dieses Gesamtkonzepts ist das Thema Performance: Denn die Arbeit, die an der T13 beginnt, findet ihren öffentlichkeitswirksamen Höhepunkt auf der Strecke – in Form offizieller, gezeiteter Runden auf der Nordschleife. Diese sogenannten Rekordfahrten sind weit mehr als reine Bestzeiten: Sie sind ein international anerkanntes Gütesiegel für Entwicklungsarbeit unter realen Extrembedingungen. „Wenn ein Fahrzeug auf der Nordschleife überzeugt, ist das ein starkes Argument für den Markt. Die Kombination aus Test, Entwicklung und nachweisbarer Performance macht den Nürburgring einzigartig“, sagt Geschäftsführer Christian Stephani. Um maximale Transparenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten, erfolgen diese Fahrten unter klar definierten Rahmenbedingungen – inklusive notarieller Begleitung, zertifizierter Messtechnik und technischer Prüfung der Fahrzeuge. Allein im vergangenen Jahr wurden 20 entsprechende Rekord-Slots vergeben, bei 14 davon standen am Ende offiziell kommunizierte Runden. „Die Nachfrage zeigt, welchen Stellenwert die Nordschleife für Hersteller weltweit hat. Performance auf diesem Niveau ist kein Zufall, sondern das Ergebnis intensiver Entwicklungsarbeit – und genau diese beginnt hier an der T13“, so Stephani. Mit der Investition in das „Test und Performance Center | T13“ schärft der Nürburgring den jahrzehntealten Slogan „Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt“ als klares Zukunftsversprechen. Testen, Entwickeln und messbare Performance rücken weiter in den Fokus – und die Nordschleife bleibt der Ort, an dem sich entscheidet, was ein Fahrzeug wirklich leisten kann.

Zwischen Geheimhaltung und globaler Strahlkraft

27.01.2026

Seit Jahrzehnten ist der Nürburgring die Test- und Entwicklungsplattform der internationalen Automobilindustrie. Im Rahmen der „Test- und Entwicklungsfahrten“ nutzen Hersteller und Zulieferer die Nordschleife, um Fahrzeuge und Komponenten unter realen Extrembedingungen zu erproben und zu optimieren – auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Im Interview erklären die beiden Geschäftsführer des Nürburgrings, Christian Stephani und Ingo Böder, wie Testen, Geheimhaltung und weltweite Strahlkraft am Nürburgring zusammengehen: Viele haben schon einmal vom umgangssprachlich so genannten „Industriepool“ am Nürburgring gehört – aber was wirklich dahinter steckt, wissen die wenigsten…Ingo Böder: Dahinter stecken offiziell die „Nürburgring Test- und Entwicklungsfahrten“ – ein Zusammenschluss des Nürburgrings mit den Automobilherstellern und Zulieferern der Automobilindustrie, die ihre Fahrzeuge und Produkte am Nürburgring gezielt testen und weiterentwickeln. Über das Jahr verteilt stellen wir hierfür insgesamt 17 Wochen lang exklusiv die Nordschleife zur Verfügung. Das ist kein Marketingevent, sondern echte Ingenieursarbeit. Hier wird geprüft, verfeinert und verbessert – von Fahrwerk bis Software. Man kann sagen: Die Nordschleife ist das längste Labor der Automobilindustrie unter freiem Himmel. Warum ist der Nürburgring für die Fahrzeugentwicklung bis heute so bedeutend?Christian Stephani: Weil die Nordschleife alles bietet, was ein Fahrzeug im Alltag und im Grenzbereich erleben kann – nur konzentrierter. Unsere Strecke liefert die ideale Basis: Rund 21 Kilometer, 73 Kurven, bis zu 18 Prozent Steigung, 11 Prozent Gefälle, wechselnde Asphaltarten und Witterungsbedingungen. Ein gefahrener Kilometer Nordschleife entspricht in der Belastung des Fahrzeugs bis zu zwanzig Kilometern auf normalen Straßen. Hier werden Schwachstellen ausgemerzt und Potenziale gefunden, bevor das Auto in Produktion geht und somit in die Hände der Kunden. Ein Produkt, das auf der Nordschleife besteht, besteht auf jeder anderen Straße. Deshalb ist auch nahezu jedes Fahrzeug oder zumindest eine der verbauten Komponenten auf der Nordschleife getestet worden. Und daher kommt auch der Leitspruch: „Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt“, der bereits in den Anfängen unserer Rennstrecke so formuliert wurde und bis heute gilt. Wie muss man sich diese Test- und Entwicklungswochen konkret vorstellen?Ingo Böder: Während der Test- und Entwicklungswochen kommen die Hersteller mit ihren Entwicklungsfahrzeugen und Teams an den Nürburgring. Fahrer, Ingenieure, Datentechniker und Mechatroniker arbeiten hier Hand in Hand. In dieser Zeit entsteht ein kleines, hochspezialisiertes Ökosystem – und damit auch ein wirtschaftlicher Impuls für die Region. Viele Hersteller haben in den angrenzenden Gewerbegebieten eigene Stützpunkte eingerichtet, in denen die Fahrzeuge vorbereitet und analysiert werden, wenn sie nicht auf der Strecke unterwegs sind.Dreh- und Angelpunkt der Testarbeit auf der Nordschleife ist das Gebäude der sogenannten „T13“ und der operative Bereich vor dieser ehemaligen Tribüne, die dem ganzen Areal bisher seinen Namen gab. Technische Betreuung, Datenauswertung, Abstimmung und Start der Testfahrten laufen hier zusammen. Hier sind die Teams stationiert, die im Hintergrund die Entwicklungsarbeit begleiten. Deshalb werden wir diesen Bereich über den Winter auch deutlich aufwerten. Was bedeutet die Aufwertung der „T13“?Christian Stephani: Wir möchten der Arbeit, die dort geleistet wird, einen entsprechenden Rahmen bieten. Immerhin kommt hier – von der Außenwelt abgeschirmt – von der internationalen Ingenieurskunst bis zur Mobilität der Zukunft vieles zusammen, was die hochwertigen Produkte der Automobil- und Zuliefererindustrie ausmacht. Die Test- und Entwicklungsfahrten waren auch einer der Gründe, warum wir mit der vollständigen Digitalisierung der Nordschleife die Sicherheit auf ein neues Niveau gehoben haben. Für unsere Industriepartner bedeutet das: mehr Sicherheit, mehr Effizienz und langfristig stabile Rahmenbedingungen für die Test- und Entwicklungswochen auf einer Strecke, die in Teilen uneinsehbar und extrem anspruchsvoll ist.Nun steht die „T13“ im Fokus: Nach der bereits erfolgten Ausstattung der ehemaligen Tribüne mit Photovoltaik und der Installation von Schnellladesäulen durch unseren Partner AVIA gehen wir die nächsten Schritte der Weiterentwicklung. In den nächsten Wochen sollen die Arbeitsbedingungen vor Ort für die Mitarbeiter der Unternehmen verbessert werden. Dazu werden die Räumlichkeiten des Gebäudes komplett entkernt und modernisiert. Darüber hinaus wird der Asphalt im Bereich der „T13“ erneuert und auch die Außendarstellung soll dem Thema in Zukunft gerecht werden. Wie sieht diese Außendarstellung aus und wie verträgt sich das mit der geheimen Entwicklungsarbeit, die dort geleistet wird?Ingo Böder: Wir wollen, dass von außen sichtbar wird, was hier geschieht – nämlich Test- und Entwicklungsarbeit auf höchstem Niveau. Wir erzählen die Geschichte der Fahrzeugentwicklung auf der Nordschleife, nicht die Geheimnisse der Hersteller. Jeder weiß, dass hier entwickelt und getestet wird – das ist Teil der DNA des Nürburgrings. Wir möchten diese Geschichte als Teil unserer Wertschätzung erzählen – ohne Betriebsgeheimnisse zu berühren oder die Vertraulichkeit der Arbeit zu verletzen.Das soll auch in der optischen Umsetzung des Gebäudes aufgegriffen werden. Teil davon ist ein neues Naming: „Test & Performance Center | T13“, das gut sichtbar platziert wird. Damit werden wir dem Thema gerecht, ohne die historische Vergangenheit – also die Wurzeln des Gebäudes als ehemalige Tribüne – zu vernachlässigen. Und auch der Leitspruch „Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt“ wird hier seinen Platz finden. Ein spannender Spagat: Während die Testfahrten im Verborgenen stattfinden, sind die Rekordfahrten auf der Nordschleife weltweit sichtbar…Christian Stephani: Absolut und das eine ist die Basis des anderen. Auf der Nordschleife merkst du einfach, was dein Auto kann. Deshalb steckt hinter jeder Rekordrunde intensive Entwicklungsarbeit – oft genau hier bei den Test- und Entwicklungsfahrten. Diese liefern die Grundlage, um die Fahrzeuge später auf der weltweiten Bühne zu präsentieren. Eine schnelle Runde auf der Nordschleife ist das sichtbarste Qualitätsversprechen, das ein Hersteller geben kann. Wenn ein Auto hier besteht, dann hat es sich bewiesen – technisch, emotional und kommunikativ. Haben sich durch die immer internationaler werdende Kommunikation auch die Test- und Entwicklungsfahrten verändert?Christian Stephani: Die Mitglieder der Test- und Entwicklungsfahrten sind internationaler denn je. Neben den großen deutschen und europäischen Marken sind inzwischen auch Hersteller aus Asien und Amerika fester Bestandteil – oft hat dies auch seinen Ursprung darin, dass diese Unternehmen eine schnelle Runde auf der Nordschleife fahren und kommunizieren möchten. Dies ist ohne Entwicklungsarbeit auf der Strecke aber schlichtweg unmöglich. Ford, BYD oder Xiaomi sind die jüngsten Beispiele dafür, dass der Nürburgring weltweit ein anerkanntes Qualitätssiegel für erfolgreiche Entwicklungsarbeit ist und sich auch hervorragend als Kommunikationsplattform eignet. Erst testen und entwickeln, dann eine offizielle Rekordrunde in Angriff nehmen – diese Reihenfolge gilt für alle. Für die weltweite Kommunikation wird also am Nürburgring der Grundstein gelegt. Deshalb die abschließende Frage: Was macht die Test- und Entwicklungsfahrten sowie die Zusammenarbeit hier vor Ort aus Sicht des Nürburgrings so besonders? Ingo Böder: Die Test- und Entwicklungsfahrten stehen für die DNA des Nürburgrings – und umgekehrt. Genauso gibt es eine gegenseitige Faszination und einen gegenseitigen Respekt – für die Strecke und die Arbeit des Nürburgrings auf der einen Seite und für die Ingenieurskunst und das Produkt des Herstellers auf der anderen. Und deshalb werden auch die Durchführung und die Rahmenbedingungen der Test- und Entwicklungsfahrten stetig weiterentwickelt – oft Hand in Hand, für mehr Effizienz, Sicherheit und ein gutes Arbeitsumfeld. Und ganz am Ende wird hier auf den 20,832 Kilometern der Nordschleife etwas geschaffen, mit dem Millionen Menschen weltweit in Berührung kommen und darauf vertrauen, dass es einfach funktioniert. Das ist das, was uns begeistert.

Rekordjagd auf der Nordschleife – die offiziellen Bestzeiten 2025

11.12.2025

Vierzehn offizielle Rundenzeiten in elf Fahrzeugkategorien – vom elektrischen Prototypen bis zum seriennahen Touring-Kombi. Bei den offiziellen Rekordfahrten 2025 stellten sich wieder verschiedenste Hersteller und Fahrzeuge der Herausforderung Nordschleife. Die schnellste Runde des Jahres ging dabei nach China, die wohl außergewöhnlichste in die USA – und der Allzeitrekord bleibt in Deutschland. Im Rahmen der offiziellen Nürburgring Rekordfahrten wird jedes Jahr die Leistungsfähigkeit verschiedenster Fahrzeuge am Nürburgring unter Beweis gestellt. Das Terrain: Die legendäre Nordschleife. Mit 20,832 Kilometern Länge, über 300 Metern Höhenunterschied und 73 Kurven pro Runde gilt sie weltweit als einer der härtesten Prüfsteine der Automobilwelt. Sie ist der unerbittliche Gratmesser für jedes Fahrzeug – ganz gleich ob Prototyp, Serienmodell, Verbrenner oder Elektro. Hier bedeutet Performance nicht nur Geschwindigkeit, sondern absolute Belastbarkeit unter Extrembedingungen. Die Rekordfahrten finden unter festgelegten Bedingungen statt. Mit geeichter Messtechnik, unter Aufsicht des TÜV Rheinland und eines Notars sowie geordnet nach den Fahrzeugsegmenten des Kraftfahrt-Bundesamtes. 20 Rekordslots – 14 offiziell kommunizierte Zeiten20 sogenannte Rekordslots – exklusiv durch die Unternehmen angemietete Zeitfenster für die Rekordversuche mit einer Dauer bis zu einem ganzen Tag – sind 2025 dokumentiert. In die Kommunikation schafften es am Ende 14 Fahrzeuge und Zeiten – von elektrischen Supersportlern über leistungsstarke Kombis bis hin zu spektakulären Prototypen. Letztere machen in der Gesamtübersicht des Jahres auch gleichzeitig die meisten der offiziell gemessenen und kommunizierten Zeiten aus. Gleich sieben Fahrzeuge konnten in 2025 in der Kategorie Prototypen / Vorserienmodelle die Leistungsfähigkeit notariell beurkundet nachweisen. Prototyp aus China mit schnellster Zeit des Jahres – Allzeitrekord bleibt bestehenAngeführt wird das Jahresranking der Rekordfahrten vom Xiaomi SU7 Ultra Prototype, der am 01. April des Jahres von David Pittard in 6.22.091 Minuten über die Nordschleife pilotiert wurde. Somit geht die schnellste Zeit 2025 an das chinesische Elektroauto. Auch die zweitschnellste Zeit kommt aus der gleichen Kategorie. Das Fahrzeug selbst bot wohl den ungewöhnlichsten Anblick des Jahres: Der Ford F-150 Lightning SuperTruck. Das vollelektrische Fahrzeug aus dem Ford Performance Demonstrator-Programm benötigte mit Romain Dumas am Steuer im August des Jahres lediglich 6:43.482 Min für eine Runde. Nur sechs Sekunden langsamer war im Juni Drew Cattell mit der Chevrolet Corvette ZR1X (6:49.275 Minuten). Die schnellste im Rahmen einer offiziellen Rekordfahrt gemessene Runde bleibt hingegen auch 2025 unangetastet und hat somit nun seit sieben Jahren Bestand. Die 2018 gefahrene Fabelzeit von 5:19.546 Minuten, die Timo Bernhard mit dem Porsche 919 Hybrid Evo in den Asphalt der Nordschleife brannte. Drei Mal unter sieben Minuten in der Sportwagen-KategorieIn der Kategorie Sportwagen (Verbrenner) blieben 2025 gleich drei Modelle unter der magischen Sieben-Minuten-Marke und stellten damit ihre hohe Performance und fahrdynamische Präzision unter Beweis. Schnellster war 2025 hier der Ford Mustang GTD, der am 09. April 2025 von Dirk Müller in 6:52.072 Minuten über die Messlinie gebracht wurde. Nur wenige Zehntel dahinter folgt der Porsche 911 GT3 (992.2) mit Manthey Performance Kit, gesteuert vom frisch gekürten DTM-Champion Ayhancan Güven, mit einer gemessenen Zeit von 6:52.981 Minuten. Komplettiert wird das Trio durch den Porsche 911 GT3, gefahren von Jörg Bergmeister, der am 08. April 2025 eine Zeit von 6:56.294 Minuten erzielte. Schnellstes Fahrzeug in der Kategorie ist weiterhin der Porsche 991 GT2 RS mit Manthey Performance Kit, mit dem Lars Kern 2021 lediglich 6:43.300 Minuten für eine Runde brauchte. Und auch das schnellste Straßenfahrzeug aller Zeiten bleibt damit auf seinem Thron: der Mercedes-AMG ONE (6:29.090 | Kategorie Supersportwagen (Verbrenner) | Fahrer Maro Engel | gefahren 2024). Schnellster Kombi und schnellster Kompaktwagen aller Zeiten aus dem Hause BMWIn gleich zwei Verbrenner-Kategorien durfte sich BMW 2025 in die offiziellen Rekordlisten des Nürburgrings eintragen. Jeweils mit Jörg Weidinger am Steuer schaffte es zunächst der BMW M2 CS mit 7:25.534 Minuten an die Spitze der Kompaktklasse und anschließend der BMW M3 CS Touring in die Rangliste der Mittelklassewagen. Letzterer wurde durch die Zeit klassenübergreifend zum schnellsten „Kombi“ auf der legendären Nordschleife. Zwei weitere Serienfahrzeuge sicherten sich ihre Plätze bei den Elektro-angetriebenen Mobilen. So konnte sich der Xiaomi SU7 Ultra mit Track Package (Fahrer: Vincent Radermecker) und einer Zeit von 7:04.957 Minuten an die Spitze der Oberklasse-Kategorie (Elektro) setzen. Der YANGWANG U9 Xtreme – Kategorie: Supersportwagen (Elektro) – mit Moritz Kranz am Steuer durchbrach die 7-Minuten-Mauer und überquerte nach genau 6:59.157 Minuten die offizielle Messlinie. Rekordfahrten als weltweit sichtbares Ergebnis intensiver Entwicklung„Die offiziellen Rekordfahrten sind weit mehr als ein medienwirksames Format: Sie stehen am Ende eines langen technischen Entwicklungsprozesses und machen die Ingenieursleistung und die Leistungsfähigkeit moderner Fahrzeuge sichtbar“, erklärt Nürburgring-Geschäftsführer Christian Stephani. „Viele Unternehmen entwickeln ihre Fahrzeuge und Komponenten seit Jahren auf der Nordschleife – oft fernab der Öffentlichkeit. Die Rekordfahrten sind das gut sichtbare Resultat dieser intensiven Arbeit. Die Vielfalt der offiziell gemessenen Rundenzeiten 2025 zeigt eindrucksvoll, welche Rolle die Nordschleife für Hersteller weltweit spielt – als Bühne, als Prüfstein und als Entwicklungslabor.“ ➡️ Hier geht es zu allen Rekorden.